Die Taggiasca Olive - alles Wissenswerte

Die Taggiasca Olive gilt als die bekannteste und wohl schmeckendste Olive weltweit. Das behaupten jedenfalls die Farmer in Ligurien. Das Gleiche sagen die Olivenbauern über ihre Oliven in Sizilien, auf Kreta, die in Spanien und der Provence. Es lohnt sich also, dem Mythos Taggiasca Olive auf den Grund zu gehen und mehr über die berühmte Frucht zu erfahren.

Taggiasca Olive Ernte 2020

Größe, Form und Farbe der Taggiasca Olive

Die Frucht der Olivensorte Taggiasca ist eher klein bis mittel, 1,5 cm bis 2,5 cm. Sie  hat eine längliche Form mit einer etwas dickeren Unterseite und eine glatte Haut. Das Fruchtfleisch der Olive ist sehr fest und bleibt auch lange stabil. Die Taggiasca Olive ist auch durch ihrer bunten Farbgebung besonders: sie zeigt sich in vielen verschiedenen Farben, auch an einem Olivenbaum. Form und Farbe Taggiasca OliveDiese Farben gehen von hellgrün über bräunliche Färbungen, manche sind purpur, manche violett – ein Farbenspiel, dass alleine die Olive schon einzigartig macht.

Durch ihre eher geringe Größe entwickelt diese Olivensorte je nach klimatischen Bedingungen eine sehr intensives Aroma. Das hängt damit zusammen, dass diese Olive weniger Wasser speichert als andere Olivensorten.

Die jahrhundertealte Geschichte einer Olivensorte

Schon Ende des 7. Jahrhunderts siedelten Benediktinermönche von der französischen Klosterinsel Lerins vor Cannes an der Cote d’azure auf das italienische Festland ins Tal des Flusses Argentina. Bei Taggia gründeteten sie das Kloster Santa Maria del Canneto und pflanzten der Legende nach den ersten Taggiasca Olivenbaum. Auch, um den von den Sarazenen ausgebeuteten Bewohnern des Valle Argentinas wirtschaftlich zu helfen. Die Olive bekam daraufhin ihren Namen von der Provinz Taggia. Von diesem Ursprung aus, eroberte die Taggiasca Olive ganz Italien.

Verbreitung der Taggiasca Olive und Klima

Von ihrem Ursprung in der Gemeinde Taggia aus verbreitete sich die Olive eigentlich in ganz Italien. Das Hauptanbaugebiet jedoch ist weiterhin die Provinz Imperia und die angrenzenden Provinzen, aber auch das Piemonte und die Provence. Das hängt mit dem speziellen Microklima zusammen, das die Olive besonders gedeihen lässt und schmackhaft macht.

Die Riviera Ligure di Ponente zeichnet sich durch sehr eigene klimatische Bedingungen aus. Die Seealpen mit bis zu 2.000 Meter Höhe schützen vor den kalten Strömungen aus dem Norden, der Golfstrom wärmt vom Süden. Deshalb ist die Region nur sehr schwachen Temperaturschwankungen ausgesetzt und das Klima ist das ganze Jahr über mild. Hinzu kommen 300 Sonnentage pro Jahr bei moderaten Höchsttemperaturen. Ideale Bedingungen für diese Olivensorte.

Anbaugebiet der Taggiasca Olive

Qualität und Verwendung

Durch ihrer langanhaltende feste Konsistenz des Fruchtfleisches ist die Taggiasca Olive  zur Konservierung in Öl oder Salzlake geeignet. Das Einlegen in Salzlake (Salamoia), einer Lösung aus Wasser und Salz, stellt eine jahrhundertealte Tradition in der Konservierungs-Technik dar.

Aber auch für die Herstellung von nativen Olivenöl extra ist diese Olivensorte berühmt geworden.  Dieses Olivenöl gilt als eines der besten der Welt. Das Aroma ist – je nach Zeitpunkt des Verzehrs nach der Ernte – leicht würzig-scharf, fruchtig mit eine Note von Mandel.

Auszeichnung OLIO DOP RIVIERA LIGUREDiese erstklassige Qualität des Olivenöls in direktem Zusammenhang mit dem Anbau in der perfekten Region hat dazu geführt, dass dieses Olivenöl 1997 markenrechtlich geschützt wurde. Nur native Olivenöle extra aus der Taggiasca Olive aus dieser Region dürfen die Bezeichnung DOP Riviera Ligure Riviera dei Fiori tragen.

Allerdings kostet die Verwendung dieses Siegels Geld und es entstehen für die Farmer kosten, die sich nicht viele leisten können, sodass es viele Öle in der Region gibt, die den Kriterien entsprechen, aber das Siegel nicht tragen.

Die Ernte der Oliven

Gutes Olivenöl wird im Oktober bis Dezember produziert. In diesem Zeitraum sind die Fruchtstände voll ausgebildet und die Oliven haben das intensivste Aroma. Industrielle Hersteller lassen die Oliven bis Januar/Februar am Baum hängen, damit sie über die Wintermonate mehr Wasser ziehen, größer werden und durch die Masse mehr Ertrag erwirtschaften. Das wirkt sich negativ auf den Geschmack aus.

In Ligurien werden die Oliven mit der Hand geerntet. Dies ist in der landschaftlichen Gegebenheit begründet. Es gibt keine ebenen Flächen, in denen man Plantagen anlegen und mit Erntetracktoren ernten könnte. Das ist gut so. Es schont die Bäume, die Bewohner der Bäume wie Singvögel und Insekten.

Früher hat man die Oliven mit einem Stock aus Kastanien-Holz dem “Trappa” von den Ästem geschlagen. Darunter ausgebreitete Netze fingen die Oliven auf. Heute ist das ähnlich, außer, dass aus dem Holz eine Rüttelmaschine geworden ist, die die Äste schüttelt. Trotzdem eine Knochenarbeit über Wochen hinweg.

Lagerung und Haltbarkeit

Die gesetzliche Haltbarkeit von Olivenöl ist die Dauer von 24 Monaten nach Abfüllung in Flaschen oder Kanistern. Allerdings ist das Olivenöl danach nicht verdorben. Richtig gelagert hält es ein paar Jahre. Für das Lagern von Olivenöl gilt das Gleiche wie für andere Lebensmittel: Wärme und Licht beschleunigen den Alterungsprozess. Idealer Weise lagern man also das Olivenöl kühl und dunkel.

„Vino vecchio e olio nuovo“

Italienisches Sprichwort

Auch wenn das Olivenöl lange haltbar ist. Es verliert vom ersten Tag nach der Pressung an Aroma. Die ersten Wochen schmeckt man noch die zartbittere Schärfe der Oliven, was vor allem vielen Deutschen zu würzig ist. Dann ab März nach der Erntezeit wird das Olivenöl deutlich milder. Zum Ende der Haltbarkeit hin hat es seine Charakteristik ziemlich verloren und wird meist nur noch zum Kochen verwendet.