Hilfsfonds Bio-Olivenbauern Italien Italien: die Rettungsaktion

Zum Ende der Jahres 2021, als die Olivenernten an Liguriens Küsten sehr schlecht ausfielen, trösteten sich die Bio-Olivenbauern mit dem vergangenen sehr guten Jahr 2020 und der Hoffnung auf das folgende Jahr 2022.

Tatsächlich brauchen die Olivenbäume nach einem guten Ertrag eine Art Erholungszeit, was sich meist so auswirkt, dass auf ein gutes Jahr ein weniger gutes folgt. Also gab es letzten Winter keinen echten Grund zur Sorge für die Olivenbauern der Region.

Hilfsfonds Bio-Olivenbauer Italien OlivenzweigAber wenig später fing die Stimmung an zu kippen. Gerade in den Monaten Januar und Februar regnete es fast nicht. Das sind die beiden Monate, während denen die Olivenbäume ihre Blütenstände bilden. Wenn es in dieser Zeit zu wenig Wasser gibt, reagiert der Baum direkt mit der Reduzierung der Blütenbildung. Und wenn schon im Beginn des Jahrs zu wenig Blüten an den Bäumen sind, wirkt sich das direkt auf die Ernte im Herbst aus.

So begann das Jahr 2022 für die Bio-Olivenbauern in Ligurien schon mit einer schlechten Situation. Aber der eigentliche Gau folgte im Sommer 2022. Monatelang gab es fast keinen Regen an der Küste. Am härtesten traf es die Regionen weiter im Norden Italiens, aber auch an Liguriens Küsten gab es kein Wasser. Die Folge: die ohnehin schon zu wenigen Oliven fielen mangels Wasser von den Zweigen, jeden Tag, jede Woche der Trockenheit.

Hilfsfonds Bio-Olivenbauer Italien Kiste ErnteSo sind heute – zwei Wochen vor dem Erntebeginn – fast keine Oliven an den Bäumen. Das widerum hat zur Folge, dass sich oft das Ernten gar nicht lohnt. Wenn man vor einem Baum steht, auf dem nur eine Handvoll Oliven zu finden sind, lohnt es sich nicht, den ganzen Baum abzuernten. So wird bei vielen Farmen die Ernte komplett ausfallen.

Und der Ausfall der Ernte bedeutet für die Bio-Olivenbauer gleichermaßen auch den Komplettausfall des Ertrages – und das nach einem sehr schlechten Vorjahr, in dem sie ohnehin schon fast kein Einkommen hatten.

Dazu kommt, dass nach der Ernte in diesem Herbst 2022 die Ausgaben für das neue Jahr anstehen. Das Beschneiden der Bäume, das Düngen mit Bio-Dünger nach einer Preisexplosion in diesem Jahr. Das Schützen der Bäume, etc. Also: kein Ertrag und Ausgaben, die man nicht stemmen kann.

Sassolive - azienda agricola Torre Alpicella

Die Folgen der Klimakrise 2022 für die Bio-Olivenbauern

Die meisten Bio-Olivenbauern in der Region sind in ihrer Existenz bedroht. Kein Einkommen seit zwei Jahren und Ausgaben, die sich nicht bewähltigen können. Manche stehen vor dem aus. Die Folgen

  • Aufgabe der Bio-Farm
  • Umstieg auf konventionelle Landwirtschaft
  • Einsparung der nachhaltig notwendingen Maßnahmen wir Düngen
  • Umstieg auf andere Landwirtschaftformen

Manche Farmer arbeiten bereits, um ihre Familien zu ernähren, als Busfahrer oder Lehrer. Dadurch können sie sich aber nicht ausreichend um ihre Farmen kümmern.  Der Teufelskreis setzt sich fort.

Gründung des Hilfsfonds Bio-Olivenbauern Italien "Rete Tesori della Riviera"

Alberto Dalpiaz, ein Farmer von Organic Farming Italy und der Vize President des Ligurien Verbandes der Bio-Bauern hat reagiert und eine Organisation gegründet, die die Situation mildern soll, die „Rete Tesori della Riviera“. Es ist ein gemeinnütziger Zusammenschluß von Farmern und Dienstleistern der organischen Olivenöl-Produktion an der westligurischen Küste. Ziel der Organisation ist es, die schlimmsten Folgen der Dürre abzumildern und die Bio-Olivenbauern zu retten.

  • Einkaufsgemeinschaft für Dünger und Bio-Schutz
  • Sharing von Arbeitern für die Pflege der Bäume
  • Subventionierung der Materialen wie Dünger
  • Vergabe von Hilfsgeldern bei extremen Härtefällen (Insolvenzen)

Aktuell wird ein Spendenkonto für den Hilfsfonds Bio-Olivenbauern Italien eingerichtet.

Die Adresse:

Rete Tesori della Riviera
Piazza Dante Alighieri 11
18100 Imperia
VAT n. 01626070088